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Middlesex

Autor: Jeffrey Eugenides
Verlag: Rowohlt
ISBN: 3498016709
Originaltitel: Middlesex
Aus dem Amerikanischen von Eike Schönfeld
Kategorie: Romane & Erzählungen

 

Inhalt:
Die Geschichte beginnt 1922 in einem Bergdorf in der Nähe von Smyrna. Die Geschwister Lefty und Desdemoda haben nach dem Tod ihrer Eltern eine Zuneigung zueinander entwickelt, die mehr als geschwisterlich ist. Da Krieg zwischen Türkei und Griechenland herrscht, beschließen sie zu fliehen und gelangen so auf ein Schiff in die USA. Da sie keiner kennt, nutzen sie die Gelegenheit und heiraten.

In Amerika angekommen lassen sie sich in Detroit nieder, wo die Automobilindustrie gerade ihren Aufschwung erlebt. Sie leben sich ein, schlagen sich mit verschiedenen Jobs durch und bekommen einen Sohn. Dieser wächst als Amerikaner auf und führt ein gutbürgerliches Leben. 1960 kommt seine Tochter Calliope zur Welt. Sie ist ein Wunschkind und erlebt eigentlich eine ganz normale Kindheit.

Doch sie selbst fühlt sich oft nicht wohl in ihrer Haut, ohne jedoch zu ahnen, was mit ihr nicht stimmt. Erst in der Pubertät kommt die Wahrheit ans Licht: sie ist ein Hermaphrodit, genetisch gesehen ein Mann. Also wird aus ihr Cal, doch mit dieser Veränderung kommt sie nur schwer zurecht und bricht aus der heimatlichen Fürsorge aus.

 

Meine Meinung: WurmWurmWurm
Über dieses Buch wurde schon viel geredet, meist wurde es gelobt. Und ich muss zugeben: auf der sprachlichen Ebene ist es wirklich ein großes Vergnügen, diese Geschichte zu lesen, Eugenides hat einen hervorragenden Schreibstil und ein gutes Gefühl für die richtigen Worte. Aber inhaltlich konnte mich die Geschichte leider nicht gleichermaßen begeistern.

Obwohl von Anfang an für den Leser klar ist, dass Cal ein Hermaphrodit ist, stellt sich dies erst nach drei Vierteln des Buches heraus, die Vorgeschichte ist jedoch nicht uninteressant. Besonders die Geschichte der Großeltern war interessant und spannend, auch ihre Anfänge in den USA, vor allem, da Eugenides in seiner Erzählung einiges an Zeitgeschehen verarbeitet. Ab dem Zeitpunkt jedoch, als Calliope im Mittelpunkt der Handlung stand, begann ich mich zu langweilen. Ihre Kindheit wird lange und ausführlich geschildert, während ich fast sehnsüchtig darauf wartete, dass endlich ihre Besonderheit entdeckt wird, damit wieder mehr Schwung in die Geschichte kommt. Der kam jedoch auch nicht nach dieser Entdeckung, im Gegenteil, die Verarbeitung dieser Ereignisse kommt im Verhältnis zum Rest des Buches fast zu kurz und war für mich auch nicht mehr wirklich interessant.

Natalie Mareth, 2004-03-11

Erklärung zur Bewertung:
Wurm Wurm Wurm Wurm Wurm Lieblingsbücher
Wurm Wurm Wurm Wurm sehr gut
Wurm Wurm Wurm gut
Wurm Wurm durchschnittlich
Wurm nicht mein Fall

 
Der Autor:
Jeffrey Eugenides wurde 1960 in Detroit/Michigan als Sohn griechischer Einwanderer geboren. Er studierte Englisch und kreatives Schreiben, 1993 veröffentlichte er mit „Die Selbstmord-Schwestern“ seinen ersten Roman, der später von Sophia Coppola verfilmt wurde. Heute lebt er mit seiner Frau und seiner Tochter in Berlin.

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