Denn die Seele ist in deiner Hand
Autor: Batya Gur
Verlag: Goldmann
ISBN: 3442308364
Originaltitel: Rezach baderech beit lechem
Aus dem Hebräischen von Barbara Linner Kategorie: Krimis & Thriller
Inhalt: Bei Renovierungsarbeiten wird auf dem lange schon ungenutzten Speicher eines unbewohnten Hauses in der Jerusalemer Altstadt die Leiche einer jungen Frau gefunden. Da man ihr Gesicht zertrümmert hat und keine Papiere von ihr gefunden werden, ist die Identifizierung nicht gleich möglich. Doch dann meldet das Ehepaar Baschari ihre 22-jährige Tochter Zohra als vermisst und es stellt sich schnell heraus, dass es sich bei der Toten um sie handelt.
Inspektor Ochajon nimmt mit seinem Team die Ermittlungen auf, die durch die äußeren Umstände erschwert werden. Da der Konflikt zwischen Palästinensern und Israeliten am anschwellen ist, kommt es auch innerhalb des Teams zu Streitigkeiten, und manch einer ist schnell dazu geneigt, die Schuld an dem Mord einem x-beliebigen Araber in die Schuhe zu schieben.
Doch es stellt sich schnell heraus, dass Zohra offensichtlich ihre Geheimnisse hatte. Zum einen hat sie heimlich eine Wohnung in Jerusalem gekauft, für die ihr Arbeitgeber die Bürgschaft übernommen hat, zum anderen war sie im vierten Monat schwanger, obwohl sie laut Aussage ihrer sehr konservativen Familie keinen Freund hatte. Ochajon vermutet, dass ein persönlicher Grund als Mordmotiv nicht auszuschließen ist.
Meine Meinung:
Die Lektüre dieses Buches ging häufig nur sehr schleppend voran. Zum einen haben mich die sehr ähnlich klingenden Familiennamen der unterschiedlichen Akteure verwirrt, so dass ich häufig den einen mit dem anderen verwechselte, zum anderen haben mich die gestammelten Dialoge aus unvollständigen Sätzen, aus denen fast das gesamte Buch besteht, in den Wahnsinn getrieben. Für die Lesbarkeit war dieses Stilmittel meiner Meinung nach der Todesstreich.
Ganz davon abgesehen konnte mich Batya Gur auch inhaltlich nicht überzeugen. Das Mordmotiv habe ich immer noch nicht recht verstanden, das Ende kam zwar nicht unerwartet, aber doch sehr plötzlich, ohne dass ich begriffen habe, wie genau jetzt eigentlich die Fäden zusammen gelaufen sind.
Interessant fand ich allerdings die Art und Weise, wie die aktuelle politische Situation in Israel in den Roman eingebaut wurde, ohne zu sehr zu werten.
Natalie Mareth, 2003-04-03
Erklärung zur Bewertung:
Lieblingsbücher
sehr gut
gut
durchschnittlich
nicht mein Fall
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Die Autorin:
Batya Gur wurde 1947 in Tel Aviv geboren und lebt heute in Jerusalem. Sie arbeitete zunächst als Lehrerin und Journalistin, bevor sie mit den Krimis um Inspektor Ochajon bekannt wurde. Für "Denn am Sabbat sollst Du ruhen" wurde sie mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. weitere Titel von Batya Gur auf der Bücherwurmseite:
Am Anfang war das Wort Denn am Sabbat sollst Du ruhen
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