Als wir Waisen waren
Autor: Kazuo Ishiguro
Verlag: btb
ISBN: 3442729815
Originaltitel: When we were Orphans
Deutsch von Sabine Herting Kategorie: Romane & Erzählungen
Inhalt: Christopher Banks wurde als Sohn englischer Eltern zu Beginn der 20. Jahrhunderts in Shanghai geboren. Er verlebt eine glückliche Kindheit, geniesst die Spiele und Streiche mit seinem Freund, dem japanischen Nachbarsjungen Akira. Bis eines Tages sein Vater plötzlich verschwindet. Er bricht eines morgens zur Arbeit auf, kommt aber nie an. Man geht davon aus, dass er entführt wurde und die Polizei nimmt die Ermittlungen auf.
Wenig später verschwindet auch seine Mutter, und Christopher wird zu seiner Tante nach England geschickt. Dort besucht er die Schule und wird erwachsen. Nach seinem Schulabschluss setzt er seinen Kindheitstraum in die Tat um und wird Detektiv. Schon bald feiert er erste Erfolge und wird zum angesehen Mitglied der besseren Gesellschaft im England der dreißiger Jahre.
Doch noch immer denkt er häufig an seine Eltern und wird getrieben vom Wunsch, eines Tages ihr Verschwinden aufzuklären und sie wieder zu finden. Doch dafür müsste er nach Shanghai zurück kehren.
Meine Meinung:
 
Die wunderschöne Ausdrucksweise des Autors hatte zur Folge, dass mich dieses Buch gleich von Anfang an fesselte. Auch die Hauptperson Christopher ist ein faszinierender Charakter, der scheinbar dazu neigt, sich die Dinge "schön zu reden", was sich auch daran zeigt, dass er von anderen ganz anders wahrgenommen wird, als er selbst sich sieht.
Inhaltlich hat mich das Buch allerdings teilweise etwas irritiert. Zu platt scheint mir die Vorstellung von einem Detektiv, der mit einer großen Lupe den Tatort besichtigt und dann einige Tage später den Fall gelöst hat. Auch fand ich Darstellung der Geschehnisse in Shanghai sei eigenartig, wo jeder davon ausgeht, dass Christopher seine Eltern finden wird und schon die Willkommens-Feier geplant wird. Diese abgedroschene Handlung passte für mich irgendwie überhaupt nicht zum Rest.
Im übrigen sollte man sich nicht vom Klappentext in die Irre führen lassen. Die Darstellung von Christopher als Meisterdetektiv könnte leicht zu der Annahme führen, es handle sich um einen Detektiv-Roman. Dies ist jedoch nicht wirklich so. Zwar werden im Verlauf der Geschichte einige Fälle erwähnt, die er meisterhaft gelöst hat, es wird jedoch in keinster Weise darauf eingegangen, worum es dabei ging und wie er ermittelt hat. Nur die Suche nach seinen Eltern wird detaillierter beschrieben. Und auch dabei geht es weniger um ihn in seiner Eigenschaft als Detektiv sondern um das Kind, das seine Eltern verloren hat.
Natalie Mareth, 2002-09-25
Erklärung zur Bewertung:
Lieblingsbücher
sehr gut
gut
durchschnittlich
nicht mein Fall
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Der Autor:
Kazuo Ishiguro wurde 1954 in Nagasaki/Japan geboren, kam jedoch im Alter von sechs Jahren nach England, wo er aufwuchs und studierte. Seine Bücher verfasst er auf Englisch. Ein Welterfolg gelang ihm mit seinem Roman "Was vom Tage übrig blieb", für den er mit dem Booker-Prize ausgezeichnet wurde und der auch mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle verfilmt wurde. weitere Titel von Kazuo Ishiguro auf der Bücherwurmseite:
Keine weiteren Buchbesprechungen auf der Bücherwurmseite
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