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Picknick auf dem Eis

Autor: Andrej Kurkow
Verlag: Diogenes
ISBN: 3257232551
Originaltitel: Smert’ postoronnego
Aus dem Russischen von Christa Vogel
Kategorie: Krimis & Thriller

 

Inhalt:
Der arbeitslose Schriftsteller Viktor lebt gemeinsam mit seinem Pinguin Mischa in Kiew. Eines Tages bekommt er jedoch endlich ein Jobangebot: er soll für die Zeitung „Haupstadtnachrichten“ Nachrufe für bedeutende Persönlichkeiten schreiben. Die Sache hat nur einen Haken: die Leute leben alle noch. Also schreibt Viktor fleißig literarisch hochwertige Nachrufe, aber keiner davon wird veröffentlicht, was ihn zunehmend frustriert. Doch eines Tages tut ihm einer seiner „Klienten“ endlich den Gefallen zu sterben. Leider unter höchst mysteriösen Umständen.

Von da an ändert sich Viktors Leben von Grund auf und die traute Zweisamkeit mit seinem Pinguin Mischa hat ein Ende. Denn auf einmal häufen sich die Todesfälle in Viktors Kartei, und es sieht fast so aus, als hätten sein Chefredakteur und ein Bekannter ihre Finger im Spiel. Dieser Bekannte lädt noch dazu seine Tochter Sonja bei Viktor ab, da er plötzlich untertauchen muss. Und auch Viktor scheint in Gefahr zu sein, wenn man den kryptischen Andeutungen seines Chefs Glauben schenkt. Für ihn beginnt ein turbulentes Verwirrspiel, und er hat keine Ahnung, worum es überhaupt geht.

 

Meine Meinung: WurmWurmWurmWurm
Dieses Buch ist lustig, tragisch und ernst zugleich. Besonders der fast schon zynische schwarze Humor gibt dem Ganzen eine lockere Note. Alle paar Seiten stirbt jemand unter Gewalteinwirkung, das wird allerdings meist nur nebenbei erwähnt. Zuerst dachte ich, dass diese Darstellung der alltäglichen Gewalt in Kiew bewusst reichlich überzogen gezeichnet ist, inzwischen bin ich mir da aber gar nicht mehr so sicher. Wenn es wirklich so ist, dann bleibt einem vielleicht gar nichts anderes mehr übrig, als es mit Humor zu nehmen.

Eine ganz besondere Figur in dieser Geschichte ist natürlich der Pinguin Mischa. Er wächst dem Leser schon nach wenigen Seiten ans Herz und ist mehr als eine Nebenfigur. Tierschützer würden vielleicht Amok laufen, wenn ein Pinguin tatsächlich so gehalten werden würde, aber es ist ja nur ein Roman. Und Viktor ist ja durchaus um das Wohl seines Freundes besorgt.

„Picknick auf dem Eis“ zu lesen macht von der ersten bis zur letzten Seite Spaß, lediglich die große Naivität Viktors kann einen manchmal in den Wahnsinn treiben, man möchte fast eingreifen, damit er sich nicht in noch mehr Schwierigkeiten hinein ziehen lässt. Sehr gespannt bin ich nun auch schon auf die Fortsetzung dieses Romans, „Pinguine frieren nicht“.

Natalie Mareth, 2003-10-08

Erklärung zur Bewertung:
Wurm Wurm Wurm Wurm Wurm Lieblingsbücher
Wurm Wurm Wurm Wurm sehr gut
Wurm Wurm Wurm gut
Wurm Wurm durchschnittlich
Wurm nicht mein Fall

 
Der Autor:
Andrej Kurkow wurde 1961 in Sankt Petersburg geboren und lebt seit seiner Kindheit in Kiew. Seit 1996 ist er freier Mitarbeiter bei Radio und Fernsehen und freier Schriftsteller.

weitere Titel von Andrej Kurkow auf der Bücherwurmseite:
Ein Freund des Verblichenen
Pinguine frieren nicht

 

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