Vergebung
Autor: Stieg Larsson
Verlag: Heyne
ISBN: 3453013808
Kategorie: Krimis & Thriller
Inhalt: Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht und ist zudem schwer verletzt: eine Kugel steckt in ihrem Kopf! Mikael Blomkvist ist von ihrer Unschuld überzeugt und sucht nach Beweisen. Dabei legt er sich mit mächtigen Personen an und kommt einem gut gehüteten Geheimnis auf die Spur.
Meine Meinung:
  
Eins ist auf jeden Fall klar: wenn man einen Krimi von Stieg Larsson in die Hand nimmt, sollte man besser nichts weiter vorhaben. Man kann das Buch nämlich nicht mehr aus der Hand legen, wenn man erst einmal angefangen hat. Dies gilt für "Vergebung" genauso wie für die beiden Vorgänger "Verblendung" und "Verdammnis". Von der ersten bis zur letzten Seite schafft der Autor es, eine ungemeine Spannung aufzubauen, gibt der Geschichte neue Wendungen oder neue Perspektiven. Obwohl der Leser die Handlung aus allen Blickwinkel geschildert bekommt und so im Gegensatz zu den handelnden Personen meist den (fast) kompletten Überblick hat, fragt man sich doch die meiste Zeit, wie sich letztendlich alles auflösen kann.
Dennoch gibt es meiner Meinung nach Abstriche. Zunächst einmal muss dem Leser klar sein, dass die drei Bücher aufeinander aufbauen. Es empfiehlt sich auf gar keinen Fall, mit "Vergebung" in das Werk des Autors einzusteigen. Es werden zwar die wichtigsten vorangegangenen Geschehnisse im Laufe der Handlung zusammen gefasst (was auch sehr hilfreich ist, wenn die Lektüre des vorangeganenen Bands schon ein wenig zurück liegt), aber meiner Einschätzung nach ist das zu wenig, um die Zusammenhänge zu verstehen. Außerdem entgeht einem eine Menge Lesespaß, wenn man auf die Vorgänger verzichtet.
Was mich bei allen drei Büchern sehr gestört hat, ist das übermäßige "Product Placement". Ständig wird über Hotmail-Adressen kommuniziert, das Handy Ericsson T100 oder der Palm Modell XY (das richtige Modell habe ich schon wieder vergessen) benutzt usw. Meiner Meinung nach ist das etwas zu viel des Guten.
Hoch anrechnen muss man dem Autor aber, dass er versucht hat, komplexe Themen aus der Computer- und Hackerwelt halbwegs realistisch darzustellen. Sicher gab es auch hier die eine oder andere Vereinfachung und dichterische Freiheit, aber im Gegensatz zu manch anderem Thriller habe ich daran wenig auszusetzen, denn in der Summe liegt alles nah bei der Wirklichkeit und mir sind keine groben Fehler aufgefallen.
Fazit: Ein toller, spannender Thriller für unterhaltsame Stunden, der zu Recht von vielen Seiten gelobt wird. Schade, dass der Autor so früh gestorben ist und wir nichts weiteres von ihm lesen werden.
Natalie Mareth, 2009-01-21
>>>mehr Infos: Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander
Erklärung zur Bewertung:
Lieblingsbücher
sehr gut
gut
durchschnittlich
nicht mein Fall
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