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Obsession

Autor: Simon Beckett
Verlag: Rowohlt
ISBN: 3499248867
Originaltitel: Owning Jacob
Kategorie: Krimis & Thriller

 

Inhalt:
Mit "Die Chemie des Todes" hat Simon Beckett einen internationalen Bestseller geschrieben. Auch die nachfolgenden Bücher um den forensischen Antropologen David Hunt stürmten die Bestsellerlisten. Eine solche Gelegenheit wird von Verlagen gerne genutzt, um auch ältere Werke des Autors an den Mann zu bringen. Denn nur so lässt es sich erklären, dass „Obsession“ kürzlich unter dem Etikett Thriller veröffentlicht wurde. Familiendrama oder Tragödie würden es weitaus besser treffen, denn die Thrillerelemente sind in diesem Roman rar gesät.

Der Fotograf Ben ist nach dem überraschenden und plötzlichen Tod seiner Frau Sarah am Boden zerstört. Auch die Verantwortung für Sarahs autistischen Sohn Jacob lastet schwer auf seinen Schultern. Als er dann auch noch die Entdeckung macht, dass Jacob als Baby von Sarah entführt wurde und nicht ihr leibliches Kind war, gerät seine Welt vollends aus den Fugen. Er macht den leiblichen Vater von Jacob ausfindig und informiert die Behörden. Jacob lebt nach der Untersuchung des Falls fortan bei seinem Vater John, der Ben jeglichen Umgang mit dem Jungen verbietet. Doch Ben erkennt, wie viel ihm Jacob bedeutet und beginnt, um ihn zu kämpfen – mit einer Verbissenheit, die an der Grenze der Besessenheit liegt. Doch auch Jacobs leiblicher Vater ist bereit, seinen Sohn mit allen Mitteln für sich zu behalten.

Der Originaltitel „Owning Jacob“ bringt viel besser als der deutsche Titel zum Ausdruck, worum es in diesem Buch geht. Wer darf Jacob besitzen? Sowohl Ben als auch John kämpfen mit harten Bandagen und gehen dabei zu weit, wenn auch auf gänzlich verschiedene Arten.

Die Story bietet sicherlich einiges an Potenzial. Doch durch die eindimensionale Ausarbeitung der Charaktere geht der mögliche Tiefgang verloren: Ben ist ohne Zweifel der „Gute“ in dieser Geschichte: zwar ist er nach dem Tod seiner Frau etwas aus der Bahn geworfen und versucht, sich der Verpflichtung gegenüber Jacob zu entziehen, aber schnell beginnt er zu kämpfen. Sarah, die Entführerin, die Person, die am meisten Schuld an der Tragödie trifft, ist tot und kann nicht zur Verantwortung gezogen werden. Da bleibt als Bösewicht nur John: unberechenbar und gewaltbereit, scheinbar schon vor der Geburt seines Sohnes aus der Bahn geworfen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass Sarah letztendlich mit der Entführung unwissentlich eine gute Tat vollbracht hat. Jacob selbst bleibt in diesem Konflikt farblos, der Leser erfährt nicht, was das Tauziehen um seine Person mit ihm anrichtet. Das lässt sich mit dem Autismus gut begründen, sorgt aber für eine Verflachung der Geschichte. Schade, so wird aus einem interessanten Ansatz ein über weite Strecken langweiliger und bemüht wirkender Möchtegern-Thriller.

 

Meine Meinung: WurmWurm

Natalie Mareth, 2009-11-08

Erklärung zur Bewertung:
Wurm Wurm Wurm Wurm Wurm Lieblingsbücher
Wurm Wurm Wurm Wurm sehr gut
Wurm Wurm Wurm gut
Wurm Wurm durchschnittlich
Wurm nicht mein Fall

 

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