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09/03/2002 Archived Entry: "Arturo Pérez-Reverte: Die Seekarte (3)"

Arturo Pérez-Reverte: Die Seekarte (3)
Es ist kaum zu glauben, ich habe mich mal wieder ein bißchen in der Seekarte vertieft. Schön ist das Buch ja irgendwie schon, aber trotzdem schaffe ich es nicht, bei der Stange zu bleiben. Heute bin ich über eine Passage gestolpert, die ich nicht so recht verstehe.


Auf einmal entdeckte Coy zu seiner tiefsten Überraschung, dass die den Büchern nachempfundenen oder realen Lebensperioden, wie sie auch immer heißen mochten, niemals vollständig abgeschlossen wurden und dass das Meer - selbst wenn die Helden ihre Unschuld verloren hatten und allzu entkräftet waren, um noch an Gespensterschiff oder verlorene Schätze zu glauben - unwandelbar blieb, von seiner eigenen Erinnerung erfüllt, die wirklich an sich selbst glaubte. Dem Meer ist es gleich, dass die Menschen den Glauben an Abenteuer, Jagd, untergegangene Schiffe und Schätze verlieren. Die Rätsel und die Geschichte, die es in sich birgt, leben, aus eigener Kraft, sie genügen sich selbst und werden dort weiter bestehen, selbst wenn das Leben für immer erloschen ist. Darum wird es bis zum letzten Augenblick immer Männer und Frauen geben, die den sterbenden Pottwal befragen, während er das Gesicht der Sonne zuwendet und sein Leben aushaucht.
Arturo Pérez-Reverte: Die Seekarte, List, S. 276


Den Pottwal befragen? Irgendwie hat das was mit Melvilles "Moby Dick" zu tun, jedenfalls wird in der Passage zuvor davon gesprochen, aber das habe ich leider noch nicht gelesen und weiß daher nicht, was das heißen soll. Kann mir jemand weiter helfen?

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