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Idioten. Fünf Märchen

Autor: Jakob Arjouni
Verlag: Diogenes
ISBN: 3257233892
Aus dem en von
Kategorie: Romane & Erzählungen

 

Inhalt:
In fünf Kurzgeschichten trifft eine Person eine Fee, die einen Wunsch erfüllen kann. Jedoch ist es mit den Wünschen nicht so wie im Märchen, denn nicht immer werden sie so erfüllt, wie sich der Wünschende das vorgestellt hat. So kam es durch den Wunsch nach Essen für die dritte Welt zur BSE-Krise, denn das in Europa unerwünschte Fleisch war den Hungernden noch gut genug.

Unsterblichkeit ist nicht möglich
Außerdem sind Wünsche aus den Bereichen Unsterblichkeit, Geld und Liebe ausgeschlossen, wie die Fee erklärt. Der beliebteste Wunsch sei zur Zeit eine Waschmaschine. Ganz besonders Findige wünschen sich natürlich zuerst mehr Wünsche, aber auch das widerspricht den Richtlinien. Die Fee, die mehr wie eine überarbeitete Sachbearbeiterin wirkt als wie eine märchenhaftes Wesen, bedauert immer wieder, dass sie die Regeln nicht gemacht habe, in Sonderfällen muss sie nachfragen, was möglich sei. Erinnert alles sehr an die deutsche Bürokratie! Und so müssen die fünf Protagonisten sich gut überlegen, was sie sich nun eigentlich wünschen. Und das fällt einigen von ihnen überraschend schwer.

Der richtige Wunsch
Manche von ihnen sind schnell entschlossen, andere zögern und denken lange nach, allen ist gemeinsam, dass die Erfüllung des Wunsches keinesfalls ihren Erwartungen entspricht. Aber das wissen sie nicht einmal, denn der Besuch der Fee wird nach der Wunscherfüllung aus dem Gedächtnis gelöscht.

Jakob Arjouni erzählt diese Geschichten in heiterem Ton, aber er lässt den Leser meist nachdenklich und auch etwas ratlos zurück – was würde ich mir wünschen, wenn die Fee mich besuchte, fragt sich vermutlich jeder Leser. Aber noch viel interessanter ist natürlich die Frage, auf welche Weise sich dieser Wunsch dann erfüllen wurde. Würde ich es besser machen als die Figuren im Buch?

Altes Thema – neu aufgelegt
Das Märchen mit der Fee und den Wünschen ist vielleicht ein alter Hut, aber so wie Arjouni hat es noch keiner erzählt. Humorvoll und ohne den moralischen Zeigefinger zu heben, gelingt es ihm dennoch, seine Botschaft zu übermitteln. Aber was ist diese Botschaft überhaupt? Sollen wir lernen, dass Wünsche prinzipiell nicht in Erfüllung gehen? Ich glaube nicht, dass es das ist, was der Autor uns sagen will. Vielmehr meine ich, dass gezeigt wird, dass man darüber nachdenken soll, welche Wünsche man hat, und ob man wirklich eine Fee braucht, damit diese erfüllt werden. Und dass es durchaus einen Gedanken wert ist, darüber nachzudenken, welche Folgen ein Wunsch haben kann.

 

Meine Meinung: WurmWurmWurmWurm

Natalie Mareth, 2004-10-12

Erklärung zur Bewertung:
Wurm Wurm Wurm Wurm Wurm Lieblingsbücher
Wurm Wurm Wurm Wurm sehr gut
Wurm Wurm Wurm gut
Wurm Wurm durchschnittlich
Wurm nicht mein Fall

 
Der Autor::
Jakob Arjouni wurde 1964 in Frankfurt am Main geboren. 1985 veröffentlichte er seinen ersten Krimi "Happy Birthday, Türke", der später auch verfilmt wurde. Nach zeitweiligem Aufenthalt in Frankreich lebt er heute in Berlin. [mehr]

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