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Juli 2003

01.07.2003

LeseschnipselLeseschnipsel: Jeffrey Eugenides: Middlesex (1)
Ein Buch, das zuletzt in aller Munde war. Kaum eine Zeitschrift hat es nicht vorgestellt, und meist wurde nicht mit Lob gespart. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen, ich wollte mir selbst ein Meinung bilden. Den ersten Teil (von vier) habe ich nun durch, anfangs konnte ich nicht viel damit anfangen, dann hat mich der Erzählstil aber doch ein wenig fasziniert. Immerhin genug, damit ich in der Straßenbahn heute fast meine Haltestelle verpasst hätte. Das hat mir einige böse Blicke der Menschentraube eingabracht, die gerade dabei war einzusteigen, als ich mich in letzter Minute doch noch rausgequetscht habe.
Zum Inhalt: Der Erzähler, Cal, berichtet, dass er zweimal geboren wurde, einmal als Mädchen und später noch einmal als Junge. Um dem Leser verständlich zu machen, wie es dazu kam, will er die Geschichte seiner Familie erzählen. Die begann mit seinen Großeltern, griechischen Christen, die vor dem Einmarsch der Türken zunächst nach Smyrna und dann in die USA flohen. Und auf dem Weg heirateten, obwohl sie Bruder und Schwester sind.

[23:46 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

06.07.2003

LeseschnipselLeseschnipsel: Jeffrey Eugenides: Middlesex (2)
Nachdem mir das Buch zu Anfang wesentlich besser gefiel, als ich erwartet hatte, komme ich im Moment nur sehr schwer voran - die Handlung plätschert so dahin, und man wartet gespannt darauf, dass nun endlich das einschneidende Erlebnis passiert, dass Calliope zu Cal macht. Es gibt immer wieder Andeutungen, aber genaueres weiß man noch nicht.
Inzwischen kann ich auch nachvollziehen, warum das Buch so gut ankommt. Es ist wirklich ein ganzes Stück neuerer amerikanischer Geschichte verarbeitet. Die Handlung spielt größtenteils in Detroit, der bekannten Auto-Stadt, die im 20. Jahrhundert eine große Entwicklung durchgemacht hat.

[19:57 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

07.07.2003

LinktippLinktipp des Tages: Buchblog
Ich habe gerade ein neues literarisches log entdeckt. Boeki, vielen auch bekannt durch ihre Bücherseiten unter http://www.boekenworm.de bloggt nun auch unter dem Motto Im Dunkeln lesen.

[12:29 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

08.07.2003

Geschafft!
So, nun habe ich endlich auch das buchlog auf PHP und mySQL umgestellt und nutze nun nicht mehr Greymatter. Das Archiv ist vorerst leider noch nicht verfügbar, da ich die alten Einträge erst in die Datenbank übertragen muss. Dafür ist die Kommentier-Funktion jetzt schöner und es gibt auch die Link-Funktion. ;-)

Außerdem habe ich die Einträge nun in verschiedene Kategorien gegliedert:

LeseschnipselLeseschnipsel: Hier kommen meine Anmerkungen, Zitate und Eindrücke aus meiner aktuellen Lektüre hin.

LinktippLinktipp des Tages: Diese Kategorie ist ja schon bekannt, immer, wenn ich in den Weiten des WWW auf eine interessante Literaturseite stoße, wird sie hier verlinkt.

NachrichtenNachrichten: Dies ist der Platz für Neuigkeiten aus der Buchszene wie z.B. Verlagsnachrichten und ähnliches.

VermischtesVermischtes: Und hier wird der Rest gesammelt, der sich den anderen Kategorien nicht zuordnen lässt, eben alles, was ich sonst noch so erzählen möchte!

[10:36 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

LeseschnipselLeseschnipsel: Jeffrey Eugenides - Middlesex (3)
Nun habe ich diesen dicken Wälzer endlich durch. Gegen Ende wurde das Buch doch ganz schön langatmig, zudem man ja schon die ganze Zeit ahnt, worauf es hinaus laufen wird. Am interessantesten warin meinen Augen die Geschichte der Großeltern, was Cal so passierte, haute mich nicht vom Hocker.
Ich denke mal, da werden 2-3 Bücherwürmer fällig sein.

[11:59 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

LinktippLinktipp des Tages: Interessantes Porträt von Elke Heidenreich
In der Süddeutschen gab es am Samstag ein interessantes Porträt von Elke Heidenreich. Ich finde es faszinierend, wie sie mit Büchern umgeht und gönne ihr den Erfolg, den sie mit ihrer Sendung Lesen! hat.

[12:05 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

09.07.2003

LinktippLinktipp des Tages: Bookish
Schon vor ein paar Tagen bin ich auf dieses wirklich schön gestaltete Blog gestoßen: Bookish. Michelle gibt hier ihre Leseindrücke und versorgt mit weiteren Informationen. Wirklich lesenswert!

[11:14 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

Literarisches LebenVermischtes: Harry Potter 5 auf Deutsch
Da wollen wohl ein paar Potter-Fans nicht bis zum 8. November warten. Sie übersetzen lieber schon mal selbst das Werk. Mitmachen kann jeder, man wählt einen Abschnitt (ca. 5 Seiten), übersetzt ihn und schickt ihn dann bei der Harry-auf-Deutsch-Community ein. Dafür erhält man dann auch die Übersetzungen von anderen.
Finde ich wirklich eine tolle Idee.
via Leipziger Bücherlei

[11:34 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

24.07.2003

LinktippLinktipp des Tages: Steffis Buchlog
Es gibt wieder ein neues Buchlog in den Weiten des Netzes: Steffi ist jetzt auch unter die "Blogger" gegangen! Zu finden unter http://myblog.de/showblog.php?blog=buecherkiste

[10:49 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

LeseschnipselLeseschnipsel: Laura Joh Rowland: Der Kirschblütenmord (1)
"Der Kirschblütenmord" ist ein historischer Krimi, der im Japan des 16. Jahrhunderts spielt. Also gleich zwei Aspekte, die mich daran gereizt haben, Krimi und Japan! Allerdings bin ich bis jetzt nicht wirklich begeistert. Liest sich zwar ganz nett, aber irgendwie kommt das Flair nicht wirklich rüber. Wenn die Hauptperson, Sano, ein frischgebackener höherrangiger Polizist, nicht auf einem Pferd reiten würde, würde man gar nicht merken, dass man sich im 16. Jahrhundert befindet.
Noch ein paar Worte zum Inhalt: Sano ist aufgrund von familiären Verpflichtungen zur Polizei gekommen, obwohl er eigentlich lieber Lehrer geblieben wäre. Gleich sein erster richtiger Fall bringt ihn in Schwierigkeiten. Es handelt sich um einen traditionellen Doppelselbstmord aus Liebe von einem Mädchen aus gutem Haus und einem armen Künstler. Doch Sano ist sich sicher, dass es Mord war, sein Vorgesetzter will davon aber nichts wissen und verlangt, dass keine Ermittlungen in diese Richtung angestellt werden. Die Gehorsamspflicht verlangt von Sano, die Anweisung zu befolgen, aber das kann er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren.

[10:57 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

27.07.2003

LeseschnipselLeseschnipsel: Laura Joh Rowland - Der Kirschblütenmord (2)
Nach nunmehr zwei Dritteln des Buches hat sich die erhoffte Begeisterung immernoch nicht eingestellt. Irgendwie finde ich die Handlung nur mäßig spannend, teilweise ein wenig langatmig.

Interessant ist allerdings die Auseinandersetzung mit dem Ehrenkodex der Samurai. Für einen Samurai war das Schlimmste, was ihm passieren konnte, seine Ehre zu verlieren. Ich denke, dieser Ehrbegriff spielt auch heute in Japan immernoch eine große Rolle, sicherlich nicht mehr in der Form, wie zur Zeit der Samurai, aber vermutlich mehr als in anderen Kulturen.

[12:07 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

LeseschnipselLeseschnipsel: Laura Joh Rowland - Der Kirschblütenmord (3)
Schade, dieses Buch konnte die Erwartungen wirklich nicht erfüllen, die ich in es gesetzt hatte. Wirklich fesselnd fand ich es nicht. Ich hoffe, dass ich nun endlich mal wieder ein Buch erwische, dass mich richtig begeistert, irgendwie fehlt mir das in letzter Zeit sehr. Ein richtiges Highlight ist mir jetzt schon länger nicht mehr in die Finger gekommen :(

[19:50 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

LinktippLinktipp des Tages: zwei neue Buchlogs
Im Moment schießen neue Buchlogs nur so aus allen Löchern, wie schön! Martin und Angua teilen jetzt auch ihre Gedanken mit dem Rest des Internets!

[19:55 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

LeseschnipselLeseschnipsel: Åsne Seierstad - Der Buchhändler aus Kabul

 



"Erst haben die Kommunisten meine Bücher verbrannt, dann haben die Mudschaheddin, die heiligen Krieger, den Laden geplündert, und schließlich haben die Taliban erneut die Bücher verbrannt", erzählte er.


Åsne Seierstad: Der Buchhändler aus Kabul, Claassen 2003, S.10

So zitiert die norwegische Journalisten den Buchhändler aus Kabul, bei dessen Familie sie ein halbes Jahr lang lebte, und die sie dazu inspirierte, dieses Buch zu schreiben.
Ich bin schon sehr neugierig darauf, wie Frau Seierstad die Familie beschreibt, habe gerade das Vorwort beendet, das gleich das Interesse auf das restliche Buch weckte.
[20:05 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

28.07.2003

LeseschnipselLeseschnipsel: Åsne Seierstad - Der Buchhändler aus Kabul



Shakila sitzt auf dem einzigen Möbelstück im Zimmer, das man für diesen Anlass hergeschafft hat. Sie verfolgt alles auf Abstand und darf weder tanzen noch lächeln. Freude würde ihre Mutter verletzen, die sie verlässt - Trauer würde ihre zukünftige Schwiegermutter ärgern. Die Braut soll einen gleichgültigen Gesichtsausdruck haben, sie soll den Kopf nicht bewegen und sich nicht umschauen, sondern starr geradeaus blicken.


Asne Seierstad: Der Buchhändler aus Kabul, Classen 2003, S. 112

Diese Beschreibung eines Hochzeitsfestes fand ich - wie übrigens vieles im Buch - äußerst bemerkenswert. Während die Frauen um sie herum ausgelassen feiern muss die Braut darauf achten, dass sie keine Gemütsregung zeigt. Und alles, um den äußeren Schein zu wahren, in einer Gesellschaft, in der jede Handlung genau reglementiert ist.
Asne Seierstad hat mir mit ihrem Buch einen Einblick in eine völlig fremde Welt geboten. Im Vorwort betont sie ausdrücklich, dass sie keine "typische" afghanische Familie beschrieben hat, dennoch denke ich, dass sie die Kultur repräsentiert. Eine Kultur, in der Frauen nicht sehr viel Wert sind, in einem Land, das in den letzten Jahren so viel durchgemacht hat, wie nur wenige sonst. Ich hatte bisher keine Vorstellung davon, wie streng das Taliban-Regime war. Alle Abbildungen von lebenden Wesen waren verboten, ebenso wie Musik und Tanz, Frauen durften nur mit der Burkha bekleidet auf die Straße gehen und Männer mussten Bärte tragen. Das ist nur ein kleiner Auszug aus dem strengen Regelwerk. Der Krieg gegen die Ungläubigen beherrschte alles.
Seit dem Sturz der Taliban herrscht zwar Umbruchstimmung, aber viele Einschränkungen sind inzwischen schon zur Gewohnheit geworden, so dass die Umstellung nicht jedem leicht fällt.
Das Buch konzentriert sich auf das Leben einer einzelnen Familie, wie sie mit der neuen Situation, aber auch mit dem Alltag und den Familienmitgliedern umgehen. Dabei stehen auch besonders die Frauen im Vordergrund, denen jegliche Selbstbestimmung verweigert wird. Es gab so viele beeindruckende Passagen, dass ich hier eigentlich das ganze Buch zitiert wiedergeben müsste, um auszudrücken, was mich so fasziniert hat. Da ich das aber nicht kann und darf bleibt nur eins: selbst lesen!
[23:03 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

LinktippLinktipp des Tages: Wie kommen Buchtitel zustande
Ein paar Ausführungen über die Entstehung von Buchtiteln findet man bei RP-online. Leider bleiben für mich dennoch viele Fragen offen, denn oft verstehe ich einfach nicht, wie man auf so manchen bescheuerten Titel kam.

[via Angua]

[23:11 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

30.07.2003

LinktippLinktipp des Tages: Jane Bell's Leselog
Und durch Zufall habe ich noch ein weiteres Buchlog entdeckt: Julia liest hautpsächlich englischsprachige Bücher, unter Jane Bells Leselog notiert sie ihre Gedanken dazu.

[12:22 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

LeseschnipselLeseschnipsel: Florain Illies - Generation Golf 2



Und wird er es für möglich halten, dass Dieter Bohlen nicht immer schon das Literarische Quartett moderierte, sondern mit einer langhaarigen, braunhäutigen Schönheit auftrat, die weder Naddel, noch Verona noch Estefania hieß, sondern Thomas Anders?


Florian Illies: Generation Golf 2, Blessing 2003, S. 18

Dieser Auszug ist ein Ausschnitt aus Gedanken, die sich der Ich-Erzähler über ein Kleinkind macht. Er überlegt, was dieses wohl mal denken wird, wenn es von den Jugend- und frühen Erwachsenenjahren seiner Eltern hört.

In Generation Golf 2 beschreibt und analysiert Florian Illies die Situation, in der sich die Generation zwischen 25 und 35 im Jahr 2003 befindet, von Wirtschaftskrise über politisches Zeitgeschehen bis hin zur Freizeitgestaltung. Gleich das erste Kapitel ist sehr unterhaltsam, ich bin zwar erst 24, konnte mich aber dennoch in einigen Beschreibungen wiederfinden. Illies ist ein sehr genauer und guter Beobachter, ihm gelingt es auch, diese Beobachtungen treffend zu beschreiben. Jedoch würde ich wohl manches Mal andere Schlussfolgerungen ziehen.
[12:36 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

31.07.2003

LeseschnipselLeseschnipsel: Florian Illies - Generation Golf 2



Aber andererseits war Stottern damals sehr angesagt, egal ob in der Werbung bei Stu-stu-stu-studioline, in der Musik bei Ba-ba-ba-ba-banküberfall oder bei der UN mit Boutros Boutros-Ghali.


Florian Illies: Generation Golf 2, Blessing 2003, S. 124

An die Studioline-Werbung kann ich mich auch noch gut erinnern. Und die EAV fand ich mit diesem Lied echt klasse!
Das Buch habe ich inzwischen beendet, es war eine recht interessante Analyse der Generation um die 30, teilweise etwas zu dick aufgetragen, teilweise wirkte sie auf mich auch ein wenig zusammenhanglos. Aber auf jeden Fall recht unterhaltsam zu lesen.

[22:59 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

   
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