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April 2004

22.04.2004

LeseschnipselLeseschnipsel: Jonathan Franzen - Die Korrekturen (1)
Gemeinsam mit SilkeS lese ich zur Zeit dieses Buch, und wir diskutieren darüber im großen Bücherforum von Literaturschock.

Klappentext:
Nach fast fünfzig Ehejahren hat Enid Lambert nur ein Ziel: ihre Familie zu einem letzten Weihnachtsfest um sich zu scharen. Alles könnte so schön sein, gemütlich, harmonisch. Doch Parkinson hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei erwachsenen Kinder durchleben eigene tragikomischen Malaisen. Gary steckt in einer Ehekrise. Chip versucht sich als Autor. Und Denise ist zwar eine Meisterköchin, hat aber in der Liebe kein Glück.

bisherige Eindrücke:
Zunächst wusste ich nicht so richtig, was ich von dem Buch halten soll, es war auf jeden Fall recht ungewöhnlich. Es begann mit mehreren Sätzen im Telegrammstiel, die mich sehr irritierten, so etwas lese ich gar nicht gerne. Zum Glück war das schnell vorbei. Die Beschreibung des alten Ehepaares fand ich zum Teil bedrückend, zum Teil fast schon amüsant. Franzen wählt ungewöhnliche Vergleiche, was das ganze aber interessant macht.

Zahlreiche Gedankensprünge machen es nicht immer leicht, der Handlung zu folgen, auch sonst lässt sich die Geschichte meist nicht gerade flüssig lesen. Dennoch ist es spannend, was nicht zuletzt an der ausgefeilten Charakterisierung der Personen liegt.

Inzwischen habe ich das dritte Kaptiel beendet und somit in etwa ein Drittel des Buches durch. Mittlerweile gefällt es mir sehr gut. Man hat man nun alle Familienmitglieder (Eltern Enid und Alfred, ältesten Sohn Gary nebst Frau Caroline und drei Söhnen sowie jüngeren Sohn Chip) kennen gelernt, lediglich Tochter Denise tauchte bisher nur am Rand auf. Und ich muss sagen, eigentlich sind sie mir alle ziemlich unsympathisch. Dennoch ist die Handlung interessant.

Im Kapitel über Gary ist man fast versucht, dem Typen einen Vortag zu halten, dass er endlich aufwachen soll und nicht seine Familie so entgleiten lassen darf. Seine Frau Caroline kann man dann gleich mit anschreien, denn die beiden tragen ihre Eheprobleme auf dem Rücken ihrer Kinder aus.

Alle Personen scheinen grundlegende Probleme mit Kommunikation zu haben, sind hoffnungslos egoistisch und dabei zugleich auch todunglücklich.

Insgesamt macht mich das Buch sehr nachdenklich, fast finde ich es sogar deprimierend. Denn obwohl natürlich alles Fiktion ist, kann man sich doch gut vorstellen, dass es sich wirklich so tagtäglich in manchen Familien abspielt.

[11:49 Uhr] [0 Kommentar(e)] [link]

 

   
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