September 2004
01.09.2004
Leseschnipsel: Frank Schätzing - Der Schwarm (1)
Kurzbeschreibung:
Ein Fischer verschwindet vor Peru, spurlos. Ölbohrexperten stoßen in der norwegischen See auf merkwürdige Organismen, die hunderte Quadratkilometer Meeresboden in Besitz genommen haben. Währenddessen geht mit den Walen entlang der Küste British Columbias eine unheimliche Veränderung vor.
Nichts von alledem scheint miteinander in Zusammenhang zu stehen. Doch Sigur Johanson, norwegischer Biologe und Schöngeist, glaubt nicht an Zufälle. Auch der indianische Walforscher Leon Anawak gelangt zu einer beunruhigenden Erkenntnis: Eine Katastrophe bahnt sich an. Doch wer oder was löst sie aus?
Während die Welt an den Abgrund gerät, kommen die Wissenschaftler zusammen mit der britischen Journalistin Karen Weaver einer ungeheuerlichen Wahrheit auf die Spur.
erste Eindrücke:
Ich hatte vor ein paar Wochen das Vergnügen, bei einer Lesung des Autors zu sein. Das heisst, eigentlich war es keine Lesung, sondern mehr eine Multimedia-Präsentation, wirklich gut gemacht. Leider habe ich die Befürchtung, dass das Buch trotzdem nicht den daraus entstandenen Erwartungen gerecht wird. Schätzing hat seiner eigenen Schilderung nach akribisch recherchiert, das merkt man dem Buch sofort an. Allerdings besteht dabei die Gefahr, dass sich der Text mehr wie ein wissenschaftlicher Text liest als wie ein Roman. Auf den ersten 100 Seiten ist dem Autor diese Gratwanderung aber relativ gut gelungen. Bisher hat mich eher die sprachliche Ebene enttäuscht, extrem einfacher Satzbau mit teilweise platten Wendungen und Charaktisierung der Personen, die jedem Klischee entsprechen, das man verwenden kann.
Trotzdem bin ich gespannt, wie es weiter geht!
03.09.2004
Leseschnipsel: Frank Schätzing - Der Schwarm (2)
Zu diesem Buch könnte ich vermutlich jede Menge schreiben, möchte mich heute aber noch kurz fassen.
Handlung: sehr actionreich, anfangs jagt eine Katastrophe die nächste, aber alles ist recht logisch aufgebaut.
Charaktere: meist nur sehr oberflächlich beschrieben, erfüllen viele Klischees, der Autor wahrt interessante Distanz, wenn er über sie schreibt, dann erwähnt er immer nur den Nachnamen, die Vornamen fallen lediglich in Dialogen.
Stil: wird von Seite zu Seite besser, mitreißend geschrieben, so dass es einem schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen
Habe etwas zu den Themen im Netz gesurft und folgende interessante Links gefunden:
Der Schwarm: offizielle Homepage zum Buch
Wale in Kanada: Informationen über Orcas und Whale Watching
WDCs Deutschland: Organisation zum Schutz der Wale
07.09.2004
Leseschnipsel: Carlos Maria Dominguez - Das Papierhaus (1)
Kurzbeschreibung:
Die Literaturdozentin Bluma Lennon kauft in einer Buchhandlung eine alte Ausgabe der Gedichte von Emily Dickinson und wird an der nächsten Straßenecke - als sie gerade beim zweiten Sonett angelangt ist - von einem Auto überfahren. Ein argentinischer Kollege an der Universität Cambridge übernimmt ihre Vertretung. Bald erhält er ein an Bluma adressiertes Buch, das vollständig von Zementresten verklebt ist und ihm ein großes Rätsel aufgibt. Schließlich reist er auf den Spuren des Absenders über Buenos Aires nach Montevideo, um das Geheimnis dieses seltsamen Buchs zu lüften und stößt dabei auf die Geschichte eines Mannes mit einer außergewöhnlichen Liebe zu Büchern.
Erste Eindrücke:
Liisa hat mich auf dieses Buch so neugierig gemacht, dass ich es mir gleich bestellt habe. Zunächst war ich etwas negativ überrascht: es ist eigentlich mehr ein Büchlein, keine 100 Seiten mit großen Rändern. Dafür ist es aber wirklich sehr schön gemacht, mit einer Karte am Anfang und von hoher Qualität.
Die Geschichte habe ich nun schon zur Hälfte gelesen, den Rest werde ich sicherlich heute auch noch schaffen. Es ist eine merkwürdig schöne Erzählung, ich bin schon gespannt, auf was es letztendlich heraus läuft.
08.09.2004
Leseschnipsel: Carlos Maria Dominguez - Das Papierhaus (2)
Wirklich ein schönes Buch! Zum Inhalt möchte ich gar nicht mehr sagen, als der Klappentext schon verrät. Das Ende hat mich auch überzeugt, es passte zum Rest.
Die Erzählung liest sich leicht und flüssig, ohne dabei trivial zu wirken. Eine Geschichte, die jedem Bücher-Fan gefallen dürfte.
10.09.2004
Leseschnipsel: Clemens Stadlbauer - Quotenkiller
Klappentext:
Freddie Kruder, Starjournalist und Serienheld in spe, wird auf der Fähre nach Messina plötzlich zum Lebensretter. Das beschert ihm eine Medienaufmerksamkeit, die ihm gar nicht recht ist, denn eigentlich ist er hinter einer heißen Story her. Beruhigend für seine Nerven ist auch nicht, dass in Wien gerade sein Freund Tommy König, der Star-Moderator von Hitstation Number One, ermordet worden ist – live on air. Und dessen Freundin Lisa findet ihren Lieblingsdealer mit durchschnittener Kehle. Doch bevor Licht ins Stockschwarze kommt, jagt uns Clemens Stadlbauer durch die Wiener Szene und sizilianische Palazzi mit Tempo, schrägen Figuren und burlesken Einfällen.
erste Eindrücke:
Naja, ich weiss auch nich, da hatte ich mir doch was anderes drunter vorgestellt. Die Figuren sind schräger, als ich mir vorstellen konnte, der Stil flapsige Umgangssprache, auch außerhalb von Dialogen. Irgendwie bin ich also bisher mit dem Buch nicht warm geworden.
12.09.2004
Linktipp des Tages: Buchticket.de
Eine nette neue Idee im Netz: Buchticket, eine Buchtauschbörse sozusagen. Man bietet eigene Bücher an, für jedes, das einen Abnehmer findet, erhält man ein Tauschticket, für das man sich ein anderes Buch aussuchen kann. Wenn ich mich jetzt noch von meinen Büchern trennen könnte, würde ich da bestimmt auch mitmachen!
13.09.2004
Nachrichten: Bild plant auch eigene Buchreihe
Wie die FAZ<7a> berichtet, möchte die BILD-Zeitung es nun der SZ nachmachen, und ebenfalls eine Buchreihe heraus bringen, die Bild-Bestseller-Bibliothek (BBB). Natürlich freue ich mich als Leser, wenn sich dadurch für mich die Möglichkeit ergibt, gute Bücher für wenig Geld zu ergattern, aber die im Artikel angesprochene Kritik kann ich auch nachvollziehen.
Außerdem weiß ich nicht, ob es mir gefällt, wenn mir aus meinem Bücherregal zukünftig das Bild-Logo entgegenspringt...
16.09.2004
Vermischtes: Warum lesen wir gerne Krimis?
Auf Brigitte.de findet sich ein interessantes Interview mit einem Psychologen, der erklärt, was seiner Meinung nach die Faszination an Krimis ausmacht.
Er geht dabei auf einige Fragen ein, die mich auch schon häufiger beschäftigt haben. Denn ich denke selbst häufiger darüber nach, warum ich überhaupt Krimis lese, und warum mir das zu allem Überfluss auch noch solch einen Spaß macht. Denn eigentlich sollte man doch meinen, Mord und Totschlag sind viel zu ernste Themen, die sich nicht zur Unterhaltung eignen. Zumal ich da ja auch relativ zart besaitet bin, regelmäßig Mitleser wissen, dass ich brutale Darstellungen nicht leiden kann. Aber ich stimme dem Psychologen zu, beim Lesen ist mir sehr bewusst, dass es sich um Fiktion handelt, aber ob ich damit Ängste überwinde, weiss ich nicht. Auf jeden Fall gibt es Bücher, die in meinen Augen zu weit gehen. So mochte ich beispielsweise "Der stille Herr Genardy" von Petra Hammesfahr überhaupt nicht, denn dort wird teilweise aus der Perspektive eines pädophilen Kindsmörder berichtet. Dieses Thema finde ich so heikel, gerade auch aus dieser Perspektive geschildert, dass sich das Buch für mich nicht mehr als Unterhaltung eignete (wofür es aber sicherlich gedacht war).
Alles in allem bin ich eigentlich keinen Schritt weiter, warum ich persönlich so gerne Krimis lese, weiß ich immer noch nicht.
19.09.2004
Leseschnipsel: Liza Marklund - Der rote Wolf (1)
Klappentext:
Ein Mann steigt vor einem Hotel in Lulea aus dem Bus. Nach dreißig Jahren ist er nach Schweden zurückgekehrt, schwer krank. Er ist nach Hause gekommen, um zu sterben. Aber vorher hat er noch einiges zu erledigen: alte Rechnungen begleichen, Beziehungen klären – ein für alle Mal.
erste Eindrücke:
Ich lese schon seit ein paar Tagen an diesem Buch, bisher finde ich es weder besonders schlecht noch überwältigend toll. Ein Durchschnittskrimi einfach. Wie schon in den anderen Krimis von Liza Marklund steht die Journalistin Annika Bengtzon im Mittelpunkt. Bisher waren die Bücher ja in der Chronologie sehr durcheinander, dieses schließt nun an Marklunds erstes (Olympisches Feuer) an. Bengtzon ist also bereits eine erfahrene Reporterin, verheiratet und hat zwei Kinder. Nun stößt sie scheinbar auf einen Serienmörder, der den Angehörigen seiner Opfer Mao-Tse-Tung Zitate schickt. Und das ganze scheint mit einem Terroranschlag auf einen Fliegerstützpunkt in den sechziger Jahren zu tun zu haben, der nie richtig aufgeklärt wurde.
24.09.2004
Leseschnipsel: Leseschnipsel: Liza Marklund - Der rote Wolf (2)
Habe das Buch schon vor ein paar Tagen beendet. War spannend, aber nichts Besonderes, gegen Ende teilweise etwas unlogisch. Ich denke, man tut gut daran, zwischen zwei Krimis von Liza Marklund etwas Zeit vergehen zu lassen, sonst könnte einem auffallen, dass sie doch sehr ähnlich gestrickt sind. Aber nette Unterhaltung ist es allemal.
Vermischtes: Zugeschlagen!
Heute war mein Büchertag. Ich hatte das dringende Gefühl, mir etwas Gutes tun zu müssen, und so habe ich erst einmal den halben Nachmittag in der Bibliothek verbracht. Es ist zwar kaum anzunehmen, dass ich diesen Stapel Bücher innerhalb der nächsten vier Wochen durchlesen werde, aber es ist schon einmal ein gutes Gefühl, die Auswahl zu haben. Mitgenommen habe ich:
Jakob Arjouni: Idioten. Fünf Märchen
Friedrich Dürrenmatt: Der Verdacht
Jessica Durlacher: Das Gewissen
Ken Follet: Die Brücken der Freiheit
Marlen Haushofer: Die Wand
Kazuo Ishiguro: Was von Tage übrig blieb
Petros Markaris: Hellas Channel
Bernhard Schlink: Selbs Justiz
Das ist eine ziemlich bunte Mischung, das müsste doch eigentlich für jede Stimmung was dabei sein. Anschließend war ich dummerweise auch noch in der Buchhandlung, und da bin ich leider an dem Tisch vorbei gekommen, auf dem die preisreduzierten Hardcover liegen, von denen bereits das Taschenbuch erschienen ist. Da hat mich "Die Königin des Südens" förmlich angesprungen, und da ich vom Autor Arturo Perez-Reverte schon einiges kenne, musste ich das Buch einfach kaufen. Ganz nebenbei, gestern habe ich mir bereits "Schiffbruch mit Tiger" besorgt. Wie es scheint, bin ich nicht mehr zu retten. Doch zunächst wird erst einmal etwas ganz anderes gelesen: "Die dunkle Seite der Liebe" von Rafik Schami!
Leseschnipsel: Rafik Schami - Die dunkle Seite der Liebe (1)
Es gibt Bücher, da ist die Vorfreude darauf fast das Schönste. Letzte Woche durfte ich mein Paket mit diesem Buch bei der Post abholen und die Freude begann bereits beim Auspacken: ein fast 1000-Seiten-Schmöker, schön gestaltet und einfach nett anzusehen. Und noch dazu von einem Autor, bei dem ich sicher bin, keinen Fehlgriff getan zu haben. Denn Schami steht für mich für wunderbar erzählte Geschichten aus dem Orient. Tja, und jetzt liegt das Buch seit gut einer Woche hier, manchmal bin ich daran vorbei gelaufen und habe ein wenig darin geblättert, nur um schon mal ein Gefühl dafür zu bekommen (ich habe einen Knall, ich weiß!). Und heute Abend werde ich nun endlich anfangen, darin zu lesen!