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Interview mit Friedrich AniDas Interview wurde am 14. Juli 2003 per eMail durchgeführt. Natalie Mareth: Sie haben 2002 den zweiten Platz beim Deutschen Krimipreis belegt, 2003 waren Sie dann mit gleich drei Krimis auf Rang eins. Ist jetzt überhaupt noch eine Steigerung möglich? Friedrich Ani: Eine Steigerung wäre nur dann möglich, wenn ich in diesem Jahr vier Tabor-Süden-Romane schreiben würde und dann mit allen vieren auf den ersten Platz gewählt würde. Das wird nicht passieren. Aber eine Steigerung muss auch nicht sein. Natalie Mareth: Bei einer Lesung mit Ihnen habe ich festgestellt, dass die Süden-Krimis, vor allem die Dialoge darin, auf mich viel mehr Eindruck machen, wenn sie vorgelesen werden. Bisher gibt es jedoch erst ein einziges Hörbuch (Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels). Ist in dieser Richtung noch mehr geplant? Und falls ja, würden Sie eventuell für eine Hörbuchproduktion auch selbst lesen? Friedrich Ani: Es sind neue Hörbücher geplant, ich werde sie allerdings nicht selbst belesen, Schauspieler können das besser. Außerdem lese ich meine Texte sehr süddeutsch und auf eine bestimmte Weise, die sehr suggestiv ist. Das muss nicht sein. Jeder Leser sollte seinen eigenen Ton heraushören. Natalie Mareth: Zuletzt erschienen jeweils drei bis vier Bücher der Süden-Reihe pro Jahr. Das ist nicht gerade wenig, schreiben Sie 24 Stunden am Tag? Friedrich Ani: Ich schreibe etwa sechs Stunden am Tag, das heißt, ich versuche in dieser Zeit nicht von meinem Schreibtisch zu flüchten, egal, wieviele Seiten ich schaffe. Zwischen den Schreibphasen gibt es Pausen von mehreren Wochen, aber wenn ich an einem Buch sitze, arbeite ich jeden Tag außer sonntags. Natalie Mareth: Sie haben gesagt, dass die Süden-Reihe auf 12 Bücher angelegt ist. Wird danach definitv Schluß sein oder besteht Hoffnung auf Fortsetzung? Friedrich Ani: Es wird 12 Tabor-Süden-Bände geben und in diesem Herbst erscheint der letzte Hardcover-Roman, in dem Süden auftaucht: "Gottes Tochter". Nach dem 12. Taschenbuch, das spätestens im Frühjahr 2006 erscheinen wird, verschwindet diese Figur und es bräuchte schon einen sehr gerissenen Detektiv, um sie wiederzufinden. Natalie Mareth: Sie haben auch schon mehrere Drehbücher (zum Beispiel für den Tatort) geschrieben. Ist diese Arbeit eine ganz andere oder lässt sich das mit dem Romane schreiben vergleichen? Friedrich Ani: Das Schreiben von Drehbüchern ist hart und voller Zwänge, es ist ein lobotomischer Vorgang: Jemand klappt Ihren Schädel auf und holt sich alles, was er an Fantasie braucht, heraus, klappt den Schädel zu und sagt: Jetzt schreib eine neue Fassung! - Man wird verrückt davon. Natalie Mareth: Die ersten Bücher, die von Ihnen erschienen, waren Gedichtbände. Schreiben Sie auch heute noch Lyrik? Friedrich Ani: Ich schreibe nach wie vor Gedichte, veröffentliche auch (Jahrbuch der Lyrik 2004) und arbeite an einem neuen Band ("Zimmer 14"). Natalie Mareth: Können Sie sich noch an Ihr Lieblingsbuch aus Kinder- und Jugendjahren erinnern? Gab es da eine Figur, die Sie immer gerne mal sein wollten? Friedrich Ani: Ich wollte nie eine bestimmte Figur sein, allenfalls Robinson, aber ohne diesen Freitag. Ich wäre gern allein auf der Insel geblieben. Jedes Buch war damals ein Lieblingsbuch. Natalie Mareth: Verraten Sie uns zum Schluss, welches Buch zur Zeit auf Ihrem Nachtisch liegt? Friedrich Ani: Ich lese zur Zeit "Die Stimme der Dunkelheit" von Asko Sahlberg, die Geschichte eines Finnen, der in einer schwedischen Großstadt lebt, allein, im Taumel seiner Gedanken und Erinnerungen. Natalie Mareth: Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.
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